Golo Berg erweckt Gustav Mahler zum Leben

Zum Abschluss der Spielzeit war nochmal richtig Musik drin. Franz Wüllners Te Deum für Chor und Orchester war ganz nett, aber auch nicht außergewöhnlich. Zum Glück dauerte es nur gut 30 Minuten. Ich bin jetzt nicht der allergrößte Chorfan, insofern ist diese Aussage selbstverständlich extrem subjektiv und vermutlich ungerecht. Dann, nach der Pause, gewann der Abend, also das zehnte und letzte Sinfoniekonzert, unglaublich an Dynamik. Generalmusikdirektor Golo Berg und sein Orchester nahmen sich ausgerechnet Gustav Mahlers 5. Sinfonie vor. Gestern im Großen Haus. Zwar beginnt die Sinfonie mit einem Trauermarsch, doch es ist, als ob das Auditorium aus einer Art selbstgerechter Schönheitsschlaf gerissen wird, die Becken einmal kurz zusammengeschlagen, schon hat das Orchester die volle Aufmerksamkeit. Golo Berg wirkt voll konzentriert, während jede Faser seines Körpers bei seinen Musikern ist. Der Dirigent hat sich, wie er in der Einführung einräumt, im Frühjahr eine Woche Auszeit für Mahler genommen, denn „die…

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