Güte im Businessanzug

Aus einer riesigen, projizierten Pupille wird ein Pappkarton geschoben, einer von vielen, von einer ganzen Pappkartonmauer, die nach und nach bröckelt, je nach Auftritt der Protagonisten. Einzig Shen Te, die als Prostituierte arbeitet, um in harten Zeiten zu überleben, entfaltet sich aus einem Karton. Abfall der Gesellschaft und doch die einzige, deren innerer Kompass zu funktionieren scheint. Gestern war Premiere im Kleinen Haus von Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“ in einer Inszenierung von Katrin Plötner. Shen Te, überzeugend von Sandra Bezler in ihrer Güte oder auch naiven Leichtgläubigkeit gespielt, wird von den Gottheiten reich entlohnt, weil sie die einzige war, die ihnen Unterschlupf für die Nacht gewährte. Und damit sieht Shen Te endlich die Chance, wegzukommen in ein anderes, ein neues Leben. Sie kauft einen kleinen Tabakladen. Damit jedoch beginnt erst das Unglück. In 10 Episoden haben die Theaterleute das Stück eingeteilt. Das ist nett gemacht, wie da auf…

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