so viele Tote gab`s noch nie

Zwei Cembali und zwei Handvoll Streicher, dazu noch Querflöte und Fagott in der ersten Reihe – Platz ist ja genug da, weil die Corona-Auflagen das Sinfonieorchester ausdünnen. Auch auf den Chor wurde verzichtet. Und trotzdem gelang es Regisseur Ulrich Peters und dem musikalischen Leiter Attilio Cremonesi, eine richtige Oper zu kreieren: gestern Abend im Großen Haus: Argenore von Wilhelmine von Bayreuth. Im Zentrum der drehbaren Bühne steht ein riesiger Spiegel, der Tiefe verleiht und sich das Publikum zum Teil selbst betrachten lässt, eigentlich aber den Zweck hat, Zerrbilder der Protagonist*innen zu erzeugen. Im Hintergrund werden großformatige Bilder projiziert, der Hof am schwarzen Meer, aufgewühltes Meer, welkes Laub. Wilhelmine von Bayreuth hat der Überlieferung nach viele Eigenschaften der Familie eingearbeitet, etwa die Grausamkeit des Vaters auf den „Titelhelden“ Argenore übertragen, König Argenore will nach einem gewonnen Krieg seine Feldherren entlohnen und so Leonida (sehr schön: Youn-Seong Shim) die Hand seiner Tochter…

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