Welch ein Beginn, die Mischung aus Glockenspiel und Vibraphon, ganz leise und andächtig wie ein sich sammelnder Bienenschwarm. Der geht in die Kurve, Bienen, die marschieren und stolpern – einer tritt ja immer aus der Reihe. Dabei ist das Stück „Roots“ des estnischen Gegenwartskomponisten Erkki-Sven Tüür ja nur eine Hommage an den großen Sibelius in diesem 5. Sinfoniekonzert gestern Abend. Es sind die Klangfarben, die an den Meister erinnern. Generalmusikdirektor Golo Berg obliegt dabei nicht nur die musikalische Leitung, sondern auch die Einführung ins Werk, zumindest solange es keinen Musikdramaturgen gibt. „Ich bin zuversichtlich, dass wir die Stelle noch in der laufenden Spielzeit nachbesetzen können“, sagt Berg, der die halbe Stunde vor Konzertbeginn aber kenntnisreich und unterhaltsam gestaltet, auch wenn er von sich selbst behauptet, kein „Sibelius-Fachmann“ zu sein. Es dürfte sich um klassisches Understatement handeln. Einen Moment lang habe ich erwogen, ihm zur Hand zu gehen – freilich nur…
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