die Leiden des Publikums

Ach, wie gerne würde ich mal wieder eine Kritik über eine gelungene Inszenierung schreiben, wo alles rund ist, wo sich Stück, Musik und Gesang freundlich die Hand reichen, wo man mit einem warmen Gefühl das Haus verlässt. Wenn sich die hohen Töne in die Ohren bohren, wenn die deutsche Übersetzung von „Triumph der Liebe“ krampfhaft in ein Reimschema gepresst ist, dass sich die Sänger*innen leidlich unwohl fühlen müssen, dann kann nur Samstag Abend im Großen Haus sein. Achim Lenz trägt dafür als Regisseur die Verantwortung, die musikalische Leitung obliegt Boris Cepeda. Die Geschichte spielt in einem abgeschotteten Garten, in dem Agis, Student der Vernunft (Johann Zumbült), zeit seines Lebens auf die Thronrückeroberung in Sparta gedrillt wird. Onkel Hermokrates (Gerhard Mohr) und dessen Schwester, Tante Hesione (Isa Weiß) sind hier die treibenden Kräfte, die Leonide als Prinzessin von Sparta (Katrin Merkl) zu Unrecht thronen sehen. Zu ihrem eigenen Unglück haben sie…

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