das Leben ist kurz

Wenn der junge Österreicher Lukas Sternath mit dem Gesicht fast auf der Tastatur des Flügels liegt und seine filigranen Finger dem Instrument eine romantische Melodie entlocken, sind wir beim 8. Sinfoniekonzert in Münsters Großem Haus. Die musikalische Leitung obliegt dem Italiener Mino Marani, der seit 2024 Generalmusikdirektor in Heidelberg ist und seine Sache ausgesprochen gut macht, mal etwas gekrümmt und in sich versunken, mal explosiv, mal forsch, mal zurückhaltend. „Vita nostra brevis est“ – das Leben ist kurz – genießt die Jugend – das ist die Klammer des Abends. Mit Brahms „akademischer Festouvertüre“ beginnt es – noch ganz ohne Klavier, nur 10 Minuten, die es aber in sich haben. Komponiert als Dank für eine Ehrendoktorwürde, die ihm Universität Breslau verlieh, ist das Stück reich orchestriert, Aber anders als es vermuten lässt, gibt es nicht den „Wumms“, die Hymne, das Ausschütten von Instrumenten, sondern Brahms hat das behutsam angelegt, steigert das,…

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