and the Oscar goes to…

Auch wenn die Jury gestern Abend den Preis für die beste Regie dem Theater Oberhausen für „Schuld und Sühne“ verlieh, auch wenn die Jugendjury ihren Preis ans Schauspiel Dortmund vergab für den „Theatermacher“ und das Theater Moers für die beste Ensembleleistung ausgezeichnet wurde – das Publikum war sich einig und stimmte für „Extrem laut und unglaublich nah“.

Das war noch mal spannend und warm. 4 Preise gab es mit einer jeweils tollen Laudatio, die gut begründet und nachvollziehbar war. Die Jury zeichnete Andreas Beck aus für seine Rolle als Staatsschauspieler Bruscon in Thomas Bernhards „Theatermacher“, mit dem das Theatertreffen begann. Julia Sylvester bekam – wie kaum anders zu erwarten – noch einen Sonderpreis für ihre herausragende schauspielerische Leistung als Oskar, einen achtjährigen Jungen, der seinen Vater beim Einsturz des World Trade Centers verloren hat. „Leider kann sie heute nicht hier sein“, sagt in Vertretung Regisseur Mirko Schombert und setzt augenzwinkernd hinzu, dass er ja gerne sagen würde, dass sie „in Berlin auf der Bühne steht. Aber sie ist schlicht krank. Sie trinkt eine Hühnerbrühe auf den Preis.“ Und dann erzählt Schombert noch von der Burghofbühne Dinslaken, die über gar keine eigene Spielstätte verfüge. Schombert hat den Humor, der nötig ist, um mit solchen Schwierigkeiten fertig zu werden. Insgesamt war das ein tolles Festival. 4.000 Menschen haben allein die Veranstaltungen besucht, selbst die Einführungen waren gesucht, eine zugewandte, freundliche Atmosphäre mit tollen Theaterproduktionen. Ich habe mich sogar gestern morgen bei mir zu Hause auf der Straße mit verschiedenen Nachbarn über Houellebecqs „Unterwerfung“ unterhalten. Das wünschte man sich jedes Jahr.

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